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Basteln in Nienburg

von Anja Schnoor

Die ersten Jahre haben wir uns immer irgendwo unterwegs getroffen und sind gemeinsam bei Anja und Jürgen R. aufgeschlagen. Dieses Mal sind wir in Grüppchen kleckerweise eingetrofffen.

 

Andrea, Levke und ich trafen uns am Freitag in Neumünster und wollten eigentlich um 16:00 Uhr los. Aber Levke musste kurzfristig länger arbeiten. So starteten wir dann doch erst eine Stunde später und erwischten voll den Feierabendverkehr. Ab Stellingen ging es nur noch stop and go. Levke nutzte die Zeit im Auto für ihre Stricksocken, und jammerte fortwährend über eine verlorene Masche. Aber sie hatte ja noch ein zweites Projekt, dies erwies sich allerdings auch als tückisch. Es wurde dann verdächtig ruhig hinten, Levke hatte aufgegeben und war eingeschlafen.

 

Hinter dem Elbtunnel ging es dann flott voran. Andrea´s Navi bestand hartnäckig darauf, die A7 runter zu fahren, aber sie widersetzte sich und bog ab auf die A1. Als das blöde Teil immer noch keine Ruhe gab, versuchte ich es umzustimmen. Aber wie schon so oft konnte das kleine Navi gar nichts dafür, denn es ist halt nur so schlau wie sein Programmierer. Ich muss leider gestehen, dass ich das aus eigener Erfahrung kenne, aber das ist eine andere Geschichte ;-))). Also, es gibt diverse Nienburgs in Deutschland und Andrea hatte halt das erste angebotene gewählt: ...an der Saale. Da wir an die Weser wollten, lag das nicht mal annähernd in der Richtung. Andrea folgte ihrem Bauchgefühl und Orientierungssinn und wir kamen nach knapp 3 ½ Stunden in Nienburg an. Dort schickte uns das umprogrammierte Navi noch einmal kurz in eine unnötige Schleife, die wir fast nicht verkehrswidrig erledigten und dann waren wir nach einer zumindest für Andrea und mich megalustigen Fahrt endlich da.

 

Gegen 21:00 Uhr waren dann alle da und wir nahmen ein spätes Soupé auf der Terasse, während die Hunde im Garten tobten. Besonders Major von Christiane und Torben sowie die hauseigene Leika waren nicht tot zu kriegen und animierten sich immer wieder gegenseitig. Das führte im Anschluss ans Essen zu Problemen bei Levke´s Stricksocken, weil die beiden leider keine Rücksicht auf Anja´s Suche nach der verlorenen Masche nahmen und mit ihren Ruten die Fäden der Wollknäule durcheinander brachten. Anja verschob die Suche auf Morgen und wir begannen mit der Lagebesprechung für den nächsten Tag. Kisseninlets, T-Shirts und Stoffe hatte Anja schon besorgt, nur die Farben zur Stoffgestaltung und passendes Nähgarn sollte jeder noch für sich kaufen. Als Schlummertrunk gab es Sekt mit Holunderblütensirup und um ca. 0:00 beschlossen wir den Tag und gingen nach und nach ins Bett.

 

Bei der Schlafplatzvergabe hatte ich das Glück eines Einzelzimmers und durfte auf Christina´s mitgebrachter, sich selbst aufblasender Comfortmatratze schlafen. Die Nacht war kurz, aber diese Matratzen sind so rückenschonend, dass ich gegen 5:00 Uhr erholt erwachte. Da dies meine normale Aufstehzeit ist, musste ich nun auf niemanden Rücksicht nehmen, konnte lesen, im Internet surfen und mich danach in Ruhe fertig machen. Frühstück sollte um 8:00 Uhr sein, damit wir genügend Zeit für unseren Stadtbummel hatten. Mit einer halben Stunde hinter dem Zeitplan begannen wir das Frühstück. Wir mussten eh noch auf Brigitte warten, die heute erst dazustieß und gingen dann in die Stadt. Jürgen und Torben setzten sich derweil an den Computer und suchten aus hunderten Bildern die richtigen für die Neugestaltung unserer Präsentationstafel des Infostandes heraus. Außerdem kümmerten sie sich um die nötige Bewegung der Hunde per Fahrrad.

 

Dann ging es endlich los. Für die T-Shirts schnitten Christina und ich die einzelnen Buchstaben aus und verklebten sie zu einer festen Schablone. Die anderen fertigten die vorlaminierten Wölfe, Pfoten usw. ebenfalls zur Mehrfachnutzung. Da ich nicht gerade der Oberbastler bin und an diesen Events eigentlich nur der Geselligkeit wegen teilnehme, schaute ich mir die Mal- und Stempelbildnisse erst mal an. Ich wagte mich dann an mein T-Shirt und war mit dem Ergebnis echt zufrieden.

 

Mein nächster Versuch landete dann in der Mülltonne und ich beschloss, mich um unser leibliches Wohl zu kümmern. Während die anderen also Stoffe zuschnitten und nähten und malten und bügelten und..., deckte ich nach dem ausgefallenen Mittagessen den Kaffeetisch und wir stärkten uns mit mitgebrachtem Kuchen für die nächste Runde.

 

Da Wind und Regen zwischendurch heftig durch die überdachte Terrasse fegten, musste zum Bemalen der großen Tischdecken immer einer mit festhalten. Wäre der Stoff umgeschlagen hätten die noch feuchten Farben das Muster ruiniert. So gab ich den Hiwi und die anderen werkelten fleißig weiter. Nachmittags waren Anja´s Freundinnen Marion und Regina noch zu uns gestoßen, so dass es jetzt auch organisatorisch Platzprobleme gab. Irgendwie wollten immer mehrere das Gleiche zur gleichen Zeit machen. Das sorgte für leichte Staus in der Fertigung, wurde aber ohne nennenswerte Rangeleien erledigt.

 

Zu einer für mich eigentlich schon nachtschlafenden Zeit belegten Jürgen und ich Pizza für den Abendschmaus. Nach dem Essen wurde die Zeit immer noch für Bastelei genutzt und kurz vor dem gemütlichen Teil musste ich passen und verschwand in der Kiste. Leider (ich wusste ja, dass ich um 5:00 Uhr wieder wach bin) hatten die anderen einen langen Atem und feierten feucht fröhlich bis 2:30 Uhr. So blieben mir immerhin 2 ½ Stunden für die Regeneration. Damit kamen auch die anderen am Sonntagmorgen recht spät aus den Kojen und wir frühstückten erst um 9:30 Uhr. Die Zeit zum Fertigstellen wurde also knapp, da die meisten schon nachmittags in Richtung Heimat starten wollten.

 

Heute wurde gebügelt was das Zeug hielt und es bildeten sich immer wieder Schlangen am Brett. Andrea hatte sich tags zuvor einen Konturenstift mitgenommen und ich durfte ihn mir für meinen letzten Kissenbezugversuch leihen. Das ging dann viel einfacher als die Pinselgeschichte vorher und so wagte ich sogar die freie Gestaltung eines Huskies in der Farbe meines Hundes. Nur die Näherei hatte auf mich keine Anziehungskraft. Die werde ich wohl zu Hause mit der Hand fertigstellen.

 

Alle arbeiteten wieder voll konzentriert und am Ende drapierten wir die diversen Kunst-werke auf dem Eßzimmertisch. Wie man sehen kann, waren wir sehr erfolgreich und es hatten nicht mal alle fertig gestellten Teile Platz.

 

Zum Abschluss gab es Kaffee und die restlichen Kuchenstücke vom Vortag. Ideen für´s nächste Mal schossen über den Tisch. Die letzten nicht ganz ernst gemeinten Überlegungen gingen in Richtung Neugestaltung von Tapeten. Jürgen kann dann schon frühzeitig mit dem Ausräumen des Eßzimmers beginnen.

 

Und dann begann die Räumerei, das Packen der Autos und der Aufbruch. Bis auf Torben und Christiane, die am nächsten Tag noch in das Wolfscenter wollten, zogen dann alle von dannen. Die Anstrengungen der letzten drei Tage sorgte bei uns im Gegensatz zur Hintour für eine relativ ruhige Fahrt. In Neumünster trennten sich dann unsere Wege, denn Peter und Bernd holten jeweils Levke und mich für die restliche Heimfahrt ab.

 

Es war wie immer eine schöne Zeit und ich freue mich schon auf´s nächste Jahr!

 

Anja Schnoor